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Schneller, höher, weiter?!

Schneller, höher, weiter war noch nie die beste Strategie. Das gilt auch für Marken, die meinen im Dezember noch auf Vollgas fahren zu müssen. Lesedauer 4 min. Das Jahresende fühlt sich für viele Marken an wie ein Strudel: mehr Kampagnen, mehr Botschaften, mehr Entscheidungen. Während die Frequenz steigt, sinkt gleichzeitig die Klarheit. Und genau das […]

Schneller, höher, weiter?!

Schnel­ler, höher, weiter war noch nie die beste Stra­te­gie. Das gilt auch für Marken, die meinen im Dezem­ber noch auf Voll­gas fahren zu müssen.

Lese­dau­er 4 min.

Das Jah­res­en­de fühlt sich für viele Marken an wie ein Stru­del: mehr Kam­pa­gnen, mehr Bot­schaf­ten, mehr Ent­schei­dun­gen. Wäh­rend die Fre­quenz steigt, sinkt gleich­zei­tig die Klar­heit. Und genau das macht das Jah­res­en­de para­do­xer­wei­se zu einem der besten Momen­te, um einen Schritt zurück­zu­tre­ten und die Marke wieder zu schär­fen.

Klar­heit ent­steht selten im vollen Betrieb.
Sie ent­steht, wenn der Abstand groß genug ist, um Muster zu erken­nen.

Warum Marken gerade im Jah­res­end­spurt unscharf werden

Der Dezem­ber ist ope­ra­tiv einer der dich­tes­ten Monate des Jahres. Zusätz­li­che Kam­pa­gnen, erhöh­te Social-Media-Prä­senz, kurz­fris­ti­ge Ad-Anpas­sun­gen – all das för­dert Geschwin­dig­keit, aber selten Prä­zi­si­on.

Stu­di­en bele­gen, dass Marken beson­ders in Peak-Phasen an Profil ver­lie­ren: Laut der Eco­no­mist Intel­li­gence Unit steigt das Risiko, dass Mar­ken­bot­schaf­ten ver­wäs­sern, wenn Teams unter Zeit­druck meh­re­re par­al­le­le Kom­mu­ni­ka­ti­ons­li­ni­en fahren. Ähn­lich zeigt Kantar in seinem BrandZ Report 2024, dass Marken mit unkla­rer Posi­tio­nie­rung bis zu 52 % gerin­ge­re Mar­ken­wir­kung erzie­len.

Das klingt abs­trakt, ist aber hoch rele­vant. Denn wenn alles gleich­zei­tig kom­mu­ni­ziert wird, bleibt am Ende kaum etwas hängen. Zu viele Bälle kann auch Alex­an­der Zverev nicht schla­gen.

Der Reset-Moment: Warum gerade jetzt Klar­heit mög­lich wird

Das Jah­res­en­de zwingt Teams zu Ent­schei­dun­gen. Bud­gets schlie­ßen, Pla­nun­gen laufen zusam­men, Ver­ant­wort­lich­kei­ten werden neu sor­tiert. Dieser struk­tu­rel­le Druck bietet einen sel­te­nen Vor­teil: Fokus.

Wäh­rend die meis­ten Unter­neh­men ver­su­chen, „noch alles fertig zu machen“, ist der wir­kungs­vol­le­re Ansatz oft der umge­kehr­te:
weg­las­sen, sor­tie­ren, bün­deln.

Kantar zeigt in lang­fris­ti­gen Brand-Track­ing-Stu­di­en, dass Marken mit klarer, kon­sis­ten­ter Posi­tio­nie­rung dop­pelt so schnell wach­sen wie solche, die zu viele Bot­schaf­ten gleich­zei­tig senden.
Gerade der Dezem­ber macht sicht­bar, was wirk­lich trägt – und was bloß ope­ra­ti­ves Rau­schen ist.

Drei Fragen, die jede Marke zum Jah­res­en­de
beant­wor­ten muss

Es geht nicht um neue Kam­pa­gnen.
Es geht darum, die Grund­la­ge für die nächs­ten zwölf Monate zu sta­bi­li­sie­ren.

1. Wofür stehen wir – wenn alle Kam­pa­gnen weg­fal­len?

2. Was bleibt bestehen, wenn wir 70 % strei­chen?
Der soge­nann­te „Sim­pli­ci­ty Gap“ ist rele­vant:
Ipsos zeigt, dass 64 % der Kon­su­men­ten Marken als zu kom­plex wahr­neh­men.

3. Welche Botschaft darf ins neue Jahr – und welche nicht?
Marken müssen im Q1 Ori­en­tie­rung geben. Die Leit­idee dafür ent­steht im Dezem­ber – nicht im März.

Der Jah­res­end­spurt fühlt sich nach „mehr“ an.
Doch starke Marken nutzen ihn für „weni­ger“ und errei­chen genau damit eine Schär­fe, die ins neue Jahr trägt.

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