Liebe im Karton: Wenn Konsum zur Herzenssache wird
533 Euro. So viel geben Deutsche durchschnittlich für Weihnachtsgeschenke aus – ein neuer Rekord. Lesedauer 3 min. Während die einen unter Geschenkbergen versinken, haben andere nicht einmal das Nötigste. Wir im IDEENHAUS haben uns gefragt: Was bedeutet Konsum eigentlich, wenn Weihnachten für manche Kinder nur ein Tag wie jeder andere ist? Die zwei Gesichter der […]

533 Euro. So viel geben Deutsche durchschnittlich für Weihnachtsgeschenke aus – ein neuer Rekord.
Lesedauer 3 min.
Während die einen unter Geschenkbergen versinken, haben andere nicht einmal das Nötigste. Wir im IDEENHAUS haben uns gefragt: Was bedeutet Konsum eigentlich, wenn Weihnachten für manche Kinder nur ein Tag wie jeder andere ist?
Die zwei Gesichter der Weihnacht
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Haushalte mit einem Einkommen über 6.000 Euro investieren durchschnittlich 1.077 Euro in Weihnachtsgeschenke – fast doppelt so viel wie der nationale Durchschnitt. Im Gegensatz dazu geben Haushalte mit einem Einkommen unter 2.000 Euro gerade einmal 301 Euro aus. Eine Kluft, die sich besonders zu Weihnachten schmerzhaft offenbart.
Während der deutsche Einzelhandel im Weihnachtsgeschäft 2024 mit 121,4 Milliarden Euro Umsatz rechnet, gibt es Kinder, für die ein gefüllter Schuhkarton das einzige Geschenk des Jahres ist. Nicht, weil ihre Eltern es nicht wollten. Sondern weil sie es schlichtweg nicht können.
Gemeinsam packen statt reden
Gestern haben wir bei IDEENHAUS wieder zusammen angepackt. Alle Mitarbeiter. Ein Ritual, das uns mittlerweile ans Herz gewachsen ist: „Liebe im Karton“ für den Frankenkonvoi.
Der Frankenkonvoi e.V. aus Fürth ist kein Konzern mit Millionenbudget. Es ist ein gemeinnütziger Verein, der seit 2016 dort hilft, wo große Organisationen oft zu langsam sind: Bei Geflüchteten, in Waisenhäusern, bei obdachlosen Menschen. Schnell, direkt, unbürokratisch. Genau da, wo es brennt.
Die Kartons, die wir packen, gehen an Kinder, die sonst leer ausgehen würden. In Rumänien. In Syrien. In der Ukraine. Aber auch hier in Deutschland. Jede Box enthält Spielzeug, Kleidung, Hygieneartikel und vor allem: Aufmerksamkeit. Das Gefühl, gesehen zu werden.
Zwischen Überkonsum und Verzicht
Ja, wir leben in einer Überflussgesellschaft. 51 Prozent der Deutschen achten beim Geschenkekauf auf Nachhaltigkeit – zumindest sagen sie das. Die Realität? Gutscheine führen die Beliebtheitsskala an. Bequem, unpersönlich, austauschbar.
Und dennoch: Trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten steigen die Ausgaben für Weihnachtsgeschenke kontinuierlich seit 2011. Weihnachten bleibt ein Fest, bei dem nicht gespart wird – zumindest für die, die es sich leisten können.
Die Frage ist nicht, ob wir konsumieren. Die Frage ist: Für wen konsumieren wir?
Mehr als ein Feel-Good-Moment
Wir wollen hier niemanden belehren. Wir haben keine perfekten Antworten auf die großen Fragen der Konsumgesellschaft. Aber wir haben eine Überzeugung: Dass Marken – und die Menschen, die sie führen – eine Verantwortung haben.
Marketing heißt nicht nur, Bedürfnisse zu wecken. Es heißt auch, Bedürfnisse zu stillen. Und manchmal sind die wichtigsten Bedürfnisse nicht die, die den größten Umsatz versprechen.
Als wir gestern die Kartons packten, war etwas im Raum, das man nicht messen kann. Kein KPI, keine Conversion-Rate, kein ROI. Sondern Sinn. Und ein bisschen Stolz darauf, dass unser Team nicht nur Kampagnen entwickelt, sondern auch Haltung zeigt.






Was du tun kannst
Der Frankenkonvoi ist auf Unterstützung angewiesen. Nicht nur zu Weihnachten, sondern das ganze Jahr über. Du kannst:
- Päckchen packen: Informationen zur Aktion „Liebe im Karton“ findest du auf liebe-im-karton.de
- Spenden: Jeder Euro hilft
- Mithelfen: Der Verein sucht ehrenamtliche Helfer beim Packen, Beladen und Verteilen
- Teilen: Erzähl anderen von der Aktion und inspiriere sie mitzumachen
Mehr Infos: frankenkonvoi.de
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